Rupert Seidl liest aus „Die Pest“ von Albert Camus.

Einführung: Dr. Jan-Pieter Barbian

Die egozentrische und egoistische Perspektive der Hauptfiguren, die sich in Camus’ frühen Texten findet, wandelte sich durch die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs. Dass das Individuum nicht ohne eine Gemeinschaft existieren, dass die Barbarei nur mit solidarischem Widerstand beseitigt werden kann, hat Camus in zahlreichen Essays der 1940er und 1950er Jahre herausgearbeitet. Es ist aber auch das Thema des großartigen Romans „Die Pest“ (1947). Die Rückkehr der Seuche, die nichts anderes als eine Metapher für die Verheerungen des Faschismus/Nationalsozialismus ist, wird als Krankheit der Gesellschaft gedeutet. Anstatt vor dem Problem zu fliehen oder die Seuche als Strafe Gottes passiv hinzunehmen, stellt sich der Arzt Bernard Rieux in Oran dem Kampf gegen die Pest. Auf sich allein gestellt, könnte er allerdings wenig ausrichten. Rieux sucht und findet Mitstreiter und es ist diese Solidarität der Gesunden, durch die die kranke Gesellschaft gerettet wird.

Sprache: Deutsch (Kooperationsveranstaltung) Foto: Rupert Seidl

Vorverkauf 4 €, Abendkasse 5 €

DFG-Mitglieder haben freien Eintritt und werden gebeten, sich bis zum 10.01.20 anzumelden unter: info@voila-duisburg.de

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